Meine Schwester

Bettina Flitner

Kann ein Buch einen Lebensschmerz überwinden? Ja.

 

Als die Fotografin Bettina Flitner vor einigen Jahren vom Suizid ihrer geliebten Schwester erfuhr, waren die ersten Reaktionen Schock, Lähmung und Verzweiflung. Doch dann entschied sie sich zum Erzählen. Das Ergebnis ist ein tief bewegender, meisterhafter Text, ein Buch der Befreiung.

 

Mit einem an der Fotografie geschulten, unbestechlichen Blick, voller Hingabe, Witz und Traurigkeit erzählt Bettina Flitner die Geschichte einer innigen Geschwisterbeziehung: eine Kindheit der 70er Jahre, die Jahre auf der Waldorfschule, die Erinnerung an die charismatischen Grosseltern, darunter ein berühmter Reformpädagoge, der Vater ein Kulturmanager und Exponent des links-liberalen Bildungsbürgertums der alten BRD, ein Jahr in New York, die Ferien auf Capri, die ersten Liebesabenteuer in der Pubertät. Und dann die Risse: die Überforderung der Kinder durch das Leben der Eltern im Zeichen sexueller Libertinage, die Flucht der Mutter in die Depression, die unerfüllbaren Berufserwartungen der Eltern an die Töchter. Bettina Flitners Buch ist ein bewundernswert mutiger Schritt, sich den Gespenstern der gemeinsamen Vergangenheit zu stellen, sich von diesen zu befreien und so den Tod geliebter Menschen verarbeiten zu können. Ein Buch über ein Thema, das für viele Menschen immer noch von Tabus und Schweigen besetzt ist.

 

»Bettina Flitner ist ein liebevoller, ungeheuer intimer, trauriger und zugleich hoffnungsvoller Text gelungen. Schreibend befreit sie sich von den Fesseln der Vergangenheit und der Trauer. Dass ihr das gelingt, ist eine grosse Kunst, die weit über das rein Persönliche hinausreicht.« ("Deutschlandfunk")

»Ein bewegendes Buch.« ("Kölnische Rundschau")

»Flitner scheut sich nicht vor widersprüchlichen Gefühlen .... Es entsteht so ein Memoir, das Verletzlichkeit zeigt, ohne ins Pathetische abzudriften.« ("Der Spiegel")

»Schon auf den ersten Seiten wird klar, was für eine klare Erzählerin Bettina Flitner ist.« ("Zeit Magazin Newsletter")

»Meisterlich erzählt und zutiefst bewegend.« ("emotion")

»Dieses Buch hat alles, was wir uns von einem Buch wünschen: Wucht und Zartheit, Emotion und Intelligenz, Schönes, Schreckliches. Das ganze Leben fächert sich vor uns auf und das in einer Sprache, die immer durscheinend bleibt, fast schwebend, schnörkellos. ... Als Leser folgt man der Geschichte atemlos und legt das Buch am Ende tief berührt zur Seite.« ("WDR 4 Bücher")

»Flitnerentfaltet das Lebensunglück der Schwester so eindringlich, dass man atemlos liest, trotz der Betroffenheit.« ("Welt Online")

»Ein ergreifendes Buch.« ("NDR Kultur Kultur à la carte")

»›Meine Schwester‹ ist alles andere als eine Biografie nach Schema F. Dieses Buch hat Charakter, überzeugt mit klugem Erzählen und einer fesselnden Handlung. Die Wichtigkeit, die diesem Werk seitens der Autorin zuteil wurde, ist omnipräsent und auch zwischen den Zeilen spürbar. Es ist ein Buch voller Charme, klugem Witz und bitterer Erkenntnis, ohne dabei depressiv zu sein. Eine klare Empfehlung für jeden Liebhaber detaillierter Familiengeschichten, die bei aller Tragik die richtige Portion Humor nicht vermissen lassen.« ("Aachener Zeitung")

»Auf mehr als 300 Seiten erzählt Bettina Flitner von ihrer Schwester, die sich 2018 das Leben genommen hatte – so treffend, souverän und stilsicher, dass man gar nicht glauben kann, dass dies ein literarisches Debüt ist.« ("Kölner Stadt-Anzeiger")

Buch
Nr: 33181
Zugang:  24.02.2022
ISBN: 978-3-462-00237-9
Verlag: Kiepenheuer & Witsch, 2022
Kategorie: Erwachsene
Signatur: flit